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Integration und Zuwanderung

Der Begriff Integration taucht in verschiedenen Zusammenhängen mit unterschiedlichen Bedeutungen auf. Hier ist damit das Zusammenwachsen der zugewanderten mit der „einheimischen“ Bevölkerung gemeint. Vielfalt bedeutet Stärke und zu dieser Stärke tragen Migrantinnen und Migranten wesentlich bei.

Wanderungsgeschichte

Kerpen, das Rheinland, Nordrhein-Westfalen aber auch die gesamte Bundesrepublik Deutschland haben eine lange Wanderungsgeschichte. Sie beginnt vor etlichen 10.000 Jahren und weist vielfältige Ereignisse auf:

  • Die Neandertaler: berühmte Nomaden
  • Die Römer: extensive Eroberer
  • Die Juden: vom gelobten Land in die Rheinlande
  • Die Spanier: eine wechselvolle Geschichte
  • Die Franzosen: Revolution, Kriege und Truppendurchzüge
  • Der Wiener Kongress: Rheinländer und Westfalen werden vereinigt und kommen zu Preußen
  • Die Industrialisierung: Arbeitsmigration aus Ostpreußen
  • Die Nationalsozialisten: Okkupation und Vielvölkerreich, Flucht und Vertreibung
  • Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg: wirtschaftlicher Aufschwung, Anwerbegesetz und Arbeitsmigration

Zuwanderung

Wenn wir aktuell von Zuwanderung sprechen, ist meist die Zeit ab Beginn der Anwerbung von Arbeitsmigranten und –migrantinnen (Stichwort „Gastarbeiter“) in den fünfziger Jahren gemeint. In den siebziger Jahren kam es zum Anwerbestopp, d.h. es wurde nicht mehr gezielt um ausländische Arbeitskräfte geworben. Aber auch aktuell können bei Vorliegen der Voraussetzungen des Aufenthaltsgesetzes ausländische Staatsangehörige in die Bundesrepublik kommen und hier arbeiten, hier studieren oder ein Unternehmen gründen. Nähere Informationen erteilt die Ausländerbehörde der Stadt Kerpen. Dort erhalten Sie auch Informationen zu Integrations- und Sprachkursen.

Europa und andere Staaten

Durch Europäische Richtlinien, die in unsere Verfassung und etliche Bundesgesetze übertragen wurden, sind EU-Bürgerinnen und -bürger den deutschen Staatsangehörigen in vieler Hinsicht gleichgestellt. Unter anderem sind hier lebende Menschen aus anderen EU-Staaten in den Stadtrat wählbar und wahlberechtigt. Kerpenerinnen und Kerpener mit anderen Staatsangehörigkeiten wählen und bilden den so genannten Integrationsausschuss.

Vom Ausländerbeirat zum Integrationsausschuss

Um den Einwohnerinnen und Einwohnern einer Stadt, die aus anderen Staaten zugewandert sind, die Möglichkeit zu geben, sich politisch und damit auch gesellschaftlich zu beteiligen, sah bisher die Gemeindeordnung als Verfassung der Kommunen die Möglichkeit vor, einen ´Ausländerbeirat` einzurichten. Der nordrhein-westfälische Landtag hat am 30.06.2009 eine Änderung beschlossen. Im Anschluss an die Kommunalwahl kann ein Integrationsrat oder ein Integrationsausschuss gewählt werden. Der Rat der Stadt Kerpen hat sich für die Form des Integrationsausschusses entschieden. In diesen Ausschuss werden zum einen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gewählt, zum anderen Ratsmitglieder entsendet, um gleichberechtigt alle Belange der Integration zu regeln. An der Wahl können sich Zugewanderte mit ausländischem Pass, Eingebürgerte, deren Einbürgerung nicht länger als fünf Jahre zurück liegt und Spätaussiedlerinnen und –Spätaussiedler, die in den letzten fünf Jahren nach Deutschland zurückgekehrt und in Kerpen wohnhaft sind, beteiligen. Hier finden Sie die Wahlordnung. Alle an dem Schwerpunktthema Integration und Migration Interessierten Kerpenerinnen und Kerpener können in diesen Ausschuss gewählt werden. Wenn Sie daran Interesse haben und sich aktiv in die örtliche Politik und Stadtgemeinschaft einbringen möchten, rufen Sie bitte an oder schreiben Sie eine Email. Wir suchen Sie und brauchen Ihr Engagement!

Alle politischen Gremien der Stadt Kerpen finden Sie im Ratsinformationssystem.

Informations- und Migrationskonzept

Lenkungsgruppe IntegrationIn der Stadt Kerpen wird an einem Informations- und Migrationskonzept gearbeitet. Ziel ist es allen Zuwanderern eine gleichberechtigte Teilhabe am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben ermöglichen und für Toleranz, Akzeptanz und wechselseitigen Respekt zwischen den Bevölkerungsgruppen werben. Es ist wichtig, die Chancen zu erkennen, die sich durch Vielfalt und Verschiedenheit eröffnen.

Hierzu wurde eine Lenkungsgruppe Integration eingerichtet, die von einem Fachteam unterstützt wird. Außerdem hat ein Integrationsworkshop stattgefunden, an dem viele Kerpenerinnen und Kerpener aus verschiedenen Herkunftsländern, Fachleute aus Institutionen, Organisationen und Verwaltung teilgenommen haben. Die vielen Ideen und Zielvorstellungen fließen in das Konzept ein.

Planungs-, Koordinierungs- und Vernetzungsteam für Integrations- und Migrationsangelegenheiten in Kerpen (IM-Team)Die Kurzfassung des Arbeitsentwurfes können sie sich hier anschauen und hier finden Sie den ausführlichen Diskussionsentwurf. Rückmeldungen und Anregungen richten Sie bitte gern an die Stabsstelle Integration. Diskutieren Sie mit uns!

KOMM-IN Projekt 2009/2010

Externer Link: KOMM-IN NRW. Gefördert vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-WestfalenDas Land Nordrhein-Westfalen fördert die Innovation in der kommunalen Integrationsarbeit. Die Stadt Kerpen hat im Jahr 2008 Fördermittel zur Durchführung des Integrationsworkshops erhalten. In diesem Jahr wurden erneut Fördermittel beantragt, um die bestehenden Integrationsangebote transparent zu machen und sie miteinander zu vernetzen, um eine Koordination der Akteurinnen und Akteure zu ermöglichen und die Wirksamkeit der Angebote zu steuern. Die Genehmigung der Bezirksregierung Arnsberg liegt nun vor, zur Unterstützung des Projekts stellt das Land NRW 40.000 € zur Verfügung. Hier finden Sie die Projektübersicht. Die Erste Kerpener Integrationskonferenz hat am 01.10.2009 stattgefunden. Die Dokumentation der Konferenz wird in Kürze hier veröffentlicht.

Durch den Integrationsworkshop ist es gelungen, Menschen mit Zuwanderungsgeschichte anzusprechen und zur Teilnahme zu motivieren. Es wurde deutlich, dass der nachhaltige Zugang zu den unterschiedlichen Schlüsselpersonen und Selbstorganisationen einen wichtigen Erfolgsfaktor für eine gelingende Integration in Kerpen darstellt. Es ist nach den bisherigen Erfahrungen dringend notwendig, die Fähigkeiten, Erfahrungen, Erwartungen dieser Menschen genauer kennen zu lernen und einen systematischen Austausch auf den Weg zu bringen, um eine langfristige Teilhabe und Mitgestaltung zu ermöglichen.

Deshalb möchten wir gern Interviews mit Menschen führen, die aus einem anderen Herkunftsland nach Kerpen gekommen sind und seit einigen Jahren hier leben, um ihre Erkenntnisse nutzbar zu machen für den Kerpener Integrationsprozess. Bitte rufen Sie uns an oder schreiben uns eine Email: 02237 – 58173, integration@stadt-kerpen.de.

Überall in Kerpen gibt es zahlreiche Initiative von Zugewanderten oder für Eingewanderte. Von der Nachbarschaftshilfe über Dolmetschertätigkeiten bis zur Hausaufgabenhilfe sind schon viele Menschen aktiv beteiligt. Wir kennen bisher lange noch nicht alle. Um besser einschätzen zu können, was es schon gibt und was noch erforderlich ist, sind wir dringend auf Ihre Mithilfe angewiesen: Nennen Sie uns die Angebote, die sie schon kennen oder bei denen Sie selbst mitmachen und gern auch die Ideen, von denen Sie wissen, dass Menschen an einer Umsetzung gelegen ist und die Talente, die Ihnen begegnet sind.

Wir möchten alles in ein Internetportal aufnehmen und sichtbar machen, damit die Angebote und die Menschen zueinander finden oder die Aktivitäten besser aufeinander abgestimmt werden können. Wenn Sie das Internet nutzen und aktiv beim Informationsmanagement mitmachen wollen, rufen Sie uns bitte an oder schreiben uns eine Email.

Beratung

Die Ausländerbehörde der Stadt Kerpen leistet auch Lebenslagenberatung für Zugewanderte, so genannte Migrationsberatung. Unsere Ansprechpersonen sind Frau Besgen und Herr Özbey.

Migrationserstberatung und zahlreiche Informationen bietet das Internationale Zentrum der AWO Kerpen.

Quartiermanagement

Im Wohnviertel Buchenhöhe 4-9A hat die Stadt Kerpen mit Unterstützung der Wohnungsgesellschaft LEG im Haus 5A, Erdgeschoss rechts, ein Quartierzentrum eingerichtet. Dort wird für die Bewohnerinnen und Bewohner dienstags und mittwochs nachmittags Beratung angeboten, jeweils von 14 bis 17 Uhr. Termine können auf Wunsch mit Frau Besgen und Herrn Özbey vorab vereinbart werden. Zum Frauenfrühstück immer dienstags von 9:30 bis 11 Uhr sind alle Frauen herzlich eingeladen! Wenn Sie Deutsch lernen oder Ihre Deutschkenntnisse verbessern möchten, besuchen Sie gern unser Sprachangebot für Frauen immer montags und donnerstags von 9:30 bis 11 Uhr (außer in den Sommerferien). Montags bis freitags zwischen 14 und 16 Uhr gibt’s für die Kinder eine Hausaufgabenbetreuung. Sie wird vom Kinderschutzbund Kerpen organisiert.

Informations-Faltblatt

Info-Flyer Integration und ZuwanderungNatürlich gibt es auch einen Info-Flyer zum Thema Integration und Zuwanderung. Wenn Sie ihn in ihrem Geschäft, Ihrer Beratungsstelle oder im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Arbeit auslegen oder verwenden möchten, schicken wir Ihnen gern Exemplare zu. Rufen Sie bitte an oder schicken Sie uns eine Email.

 

Wenn Sie Fragen rund ums Thema haben oder sich aktiv beteiligen möchten, wenden Sie sich an Frau Seiche bei der Stabsstelle Integration.

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