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Unkräuter? Wildkräuter? Wildblumen?

Was ist Unkraut eigentlich?

Die Vorbehalte gegen Unkräuter sind tief in der deutschen Gärtnerseele verankert.
Da wird irgendetwas ausgerupft, zertreten oder gar mit chemischen Mitteln bekämpft. Viele Menschen scheuen weder Zeit noch Kosten um die vermeintlichen Feinde im Garten zu vernichten.

Tatsächlich gibt es aber keine starren Regeln und klare Definitionen, was Unkraut eigentlich ist und was nicht.

  •  Für manche ist einfach jede unbekannte Pflanze Unkraut. Da aber nicht mehr viele Hobbygärtnerinnen und –gärtner die heimischen Wildpflanzen beim Namen nennen können, sind naturnahe Gärten erst einmal „Unkrautgärten“, denn hier wächst ja nur Unbekanntes. Ganz nach dem kölschen Grundgesetz:
    "Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet!"
  • Für andere sind Unkräuter unerwünschte Pflanzen,
    •  weil sie das Farbkonzept des Gartens stören,
    •  weil sie für den flächendeckend ausgebrachten Splitt zu lebendig sind,
    •  weil sie mitunter konkurrenzstärker sind als die teuer bezahlten Pflanzen aus den Gartencentern,
    •  weil sie im Gemüsebeet wuchern und um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurrieren.

Letztlich muss also jeder für sich entscheiden, was im eigenen Garten ein unerwünschtes Kraut, ein Unkraut, ist. Aus diesem Grunde soll im Folgenden das Wort „Unkraut“ gegen das Wort „Wildkraut“ ersetzt werde.

Woher resultiert das Unbehagen der Menschen, Wildkräuter im Garten zu dulden?
Warum wird die heimische Natur im Garten nicht als Bereicherung empfunden?

Der Umgang der Menschen mit Wildkräutern hat sich über die Jahrhunderte entwickelt. Während ihnen früher als Heil- und Arzneipflanzen Achtung entgegen gebracht wurde, werden sie heute als Belästigung empfunden. Viel Wissen über den vielfältigen Einsatz dieser Pflanzen ist zwischenzeitlich verloren gegangen.

Dabei sollte eigentlich die vielfältige Wildkrautflora mit ihrer Blütenfülle, Farbenpracht und ihren Düften als ansprechendes und erhaltenswertes Kulturgut geschützt werden.

Wildkräuter dienen – wie überhaupt alle heimischen und standortgerechten Pflanzen – als Lebensgrundlage für zahlreiche Tierarten. Unsere Tierwelt hat sich über Jahrtausende gemeinsam mit der hiesigen Vegetation entwickelt. Es haben sich teilweise enge Abhängigkeiten  zwischen den blütenbesuchenden Insekten und dem Angebot an Pollen und Nektar gebildet - ähnlich einem Schlüssel-Schloss-System. Hummeln, Käfer, Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge sind dann an Blüten bestimmter Wildpflanzen gebunden und können auf keine andere Pflanze ausweichen.

Exotische Zierpflanzen können Wildbienen und Schmetterlingen oft nicht die nötige Nahrung geben.

Die Kolpingstadt Kerpen will mit der Aktion „Kerpen blüht auf“ Sympathiewerbung für diese verkannte Flora betreiben.

Helfen Sie mit, unserer heimischen Flora, zu der auch die Wildkräuter gehören, und der damit verknüpften Tierwelt eine Überlebenschance in unseren Gärten zu sichern.

Wildblumen im April: Hufflatich, Gänseblümchen, Wiesen-Schaumkraut

Wildblumen im Mai: Löwenzahn, Phacelia, Gundelrebe

Wildblumen im Juni: Brennessel, Nachtviole, Hahnenfuß

Wildblumen im Juli: Flockenblume

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